Volker H. Schendel – Vitamin D Research - Freier Wissenschaftsjournalist - http://www.urlaub.astrologiedhs.de/3.html

Gemäß Anhang B der TO des DBV

http://www.bridge-verband.de/static/doc

können im Bridge Club bei einem Turnier in Kategorie  C nur bestimmte Systeme und Konventionen gespielt werden, nämlich:


§ 1       Allgemeines

       (1)  Im Bereich des DBV sind ausschließlich solche Systeme und Konventionen zugelassen, die dem Gegner vollständig offen gelegt werden und von beiden Spielern eines Paares verwendet werden.

       (2)  Zusätzlich zu den nachfolgenden Beschränkungen für Systeme und Konventionen dürfen die Gegenspieler keine Markierungsmethoden verwenden, bei denen die Information für den Alleinspieler verborgen bleibt, weil sie von einer Schlüsselinformation abhängt, die nur den Gegenspielern zur Verfügung steht, d. h. kodierte Markierungen (encrypted signals) sind verboten.

       (3)  Alle Turniere im Bereich des DBV werden gemäß den nachfolgenden §§ 2 bis 4 in Systemkategorien eingeteilt, die sich hinsichtlich der erlaubten Systeme und Konventionen unterscheiden.

 

§ 2        Systemkategorie A

Alle Systeme und Konventionen sind erlaubt. Bei der Verwendung Hochkünstlicher Systeme kann der Turnierveranstalter Auflagen in folgenden Bereichen festlegen:

1.            Einreichung Hochkünstlicher Systeme;

2.            Gegenmaßnahmen gegen Hochkünstliche Systeme;

3.            Sitzrechte. 


 

§ 3        Systemkategorie B

       (1)  Hochkünstliche Systeme gemäß Abs.2 sind verboten, alle anderen           Systeme und Konventionen sind erlaubt.

       (2)  Ein System wird als Hochkünstliches System bezeichnet, wenn es             systemgemäß mindestens eine der folgenden Eigenschaften aufweist:

         1.            Ein Pass in der Eröffnungsposition zeigt zumindest die Werte, die allgemein für eine Eröffnung auf 1er Stufe angesehen werden, auch wenn es alternative schwächere Varianten gibt;

         2.            Systemgemäß kann eine Farberöffnung auf der 1er Stufe schwächer als Pass sein; 

         3.            Systemgemäß kann eine Farberöffnung auf der 1er Stufe mit einer         Hand gemacht werden, die nicht der 18er Regel (die Anzahl der               Figurenpunkte und die Anzahl der Karten in den beiden längsten           Farben ergibt zusammen mindestens 18) entspricht;

         4.            Systemgemäß kann eine 1 SA Eröffnung mit weniger als 9                         Figurenpunkten gemacht werden;

         5.            Systemgemäß zeigt eine Farberöffnung auf 1er Stufe eine Länge (3         oder mehr Karten) oder eine Kürze (2 oder weniger Karten) in                 einer bestimmten Farbe (z. B.: die 1 Pik Eröffnung zeigt 0-2 Pik-             Karten oder mindestens 5er Pik);

         6.            Systemgemäß zeigt eine Farberöffnung auf 1er Stufe eine Länge (3         oder mehr Karten) in einer Farbe oder eine Länge (3 oder mehr               Karten) in einer anderen Farbe (z. B.: die 1 Karo Eröffnung zeigt           entweder 5er Coeur oder 5er Pik); 
Ausgenommen hiervon und                 damit erlaubt sind Eröffnungen von 1 Treff oder 1 Karo in einem           starken Treff- oder in einem starken Karo-System, in dem die                   starke Eröffnung mindestens 13 Figurenpunkte verspricht. 


 

§ 4      Systemkategorie C

       (1)  Hochkünstliche Systeme gemäß § 3 Abs.2 und Brown-Sticker Konventionen gemäß Abs.2 sind verboten. Weiter ist es nicht erlaubt, die Bedeutung der Eröffnungsansagen in Abhängigkeit von Gefahrenlage oder Position (1. bis 4. Hand) zu variieren (ausgenommen die Stärke von Farberöffnungen und die Punktspanne von SA-Eröffnungen, wobei Farberöffnungen auf 1er Stufe systemgemäß immer der 18er Regel (vgl. § 3 Abs.2 Nr.3) genügen müssen).

        (2)  Folgende Konventionen gelten als Brown-Sticker:

          1.           Eine Eröffnung von 2 Treff bis 3 Pik, wenn sie mindestens eine Bedeutung enthält, die weniger als 10 Figurenpunkte enthalten kann, und wenn für die Eröffnung nicht für alle Varianten zumindest eine 4er Länge in einer bestimmten Farbe definiert ist. 
Ausnahmen:

                   a.           Eine Eröffnung, die mindestens eine 4er Länge in einer bekannten Farbe zeigt, wenn sie weniger als 10 Figurenpunkte verspricht. Wenn die Eröffnung nicht diese 4er Länge zeigt, so muss sie mindestens 13 Figurenpunkte beinhalten.

                   b.          Eine Eröffnung mit 2 Treff oder 2 Karo, die ein Weak Two in einer der beiden Oberfarben zeigt und ggf. noch Hände beinhaltet, die mindestens 13 Figurenpunkte enthalten müssen.

           2.         Jede Zwischenreizung nach einer natürlichen Eröffnung von 1 in Farbe, falls sie keine bestimmte 4er Farbe verspricht. 
Ausnahmen:

                    a.  Natürliche SA-Zwischenreizungen;

                    b.  Jedes Cuebid, das eine Hand mit mindestens 13 Figurenpunkte zeigt;

                    c.  Ein Sprung-Cuebid in der Gegnerfarbe, das den Partner                                        auffordert, mit Stopper in dieser Farbe 3 SA zu reizen.

3.           Jeder Zweifärber auf der 2er oder 3er Stufe, der weniger als 10 Figurenpunkte beinhalten kann, und bei dem systemgemäß eine der beiden Farben eine 3er oder kürzere Länge sein kann.

4.           Bluffs, die vom System geschützt sind oder die abgegeben werden müssen.

(3) Bei Turnieren gemäß § 2 Nr.1, 2 und 5 TO kann der Turnierveranstalter beliebige weitere Einschränkungen beschließen. Diese sind den Teilnehmern in geeigneter Form vor Turnierbeginn bekanntzugeben.

 

§ 5       Systemkategorien und Systembeschränkungen

       (1)  Für Teamturniere gemäß § 2 Nr.4 TO sowie für die unterhalb der 1. Bundesliga angeordneten weiteren Bundesligen gilt Systemkategorie B; für alle anderen Turniere gemäß § 2 TO gilt Systemkategorie C. Der Turnierveranstalter kann mit der Ausschreibung eine hiervon abweichende Systemkategorie festlegen.

       (2)  Bei Individualturnieren kann der Turnierveranstalter gesonderte Systembeschränkungen vorgeben. Insbesondere kann das Spielen eines vom Turnierveranstalter zu bestimmenden einheitlichen Systems oder Systembeschränkungen auf bestimmte Systeme vorgeschrieben werden.


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http://www.worldbridge.org/brown-sticker-forms.aspx

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http://www.bridgeclub.at/phpBB3/viewtopic.php?p=6824

http://www.bcgni.de/attachments/Systembeschraenkungen.pdf

http://www.jzinsli.ch/2_karo_zass1.htm

http://www.swiss-bridge.ch/links.htm

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Zitat aus:

http://www.bridge-verband.de/regelseite/doku.php?id=regelseite:dkt_111219_brownsticker

Ist die 2-Eröffnung als Benjamin oder Weak Two in Karo Brown Sticker?

Frage: Im BM-Bericht über die Europameisterschaften für Jugendliche wird eine 2-Eröffnung als Weak Two in Karo oder stark gezeigt. Diese Eröffnung wurde offensichtlich anstandslos akzeptiert. Wir spielten bisher auch 2-Eröffnungen, die alertiert wurden und schwache 6er-Karo (oder Semiforcing) bedeuten konnten. Die Turnierleitung hat jedoch diese Konvention verboten, weil sie nicht im Einklang mit den Regeln des DBV sei. Der Club führt aus, dass bei einem schwachen 6er Karo-Blatt (auch) 4 Treff-Karten vorhanden sein müsste. Daher sei die Eröffnung mit 2 nach den „Zulässige Systeme und Konventionen“ eine Brown-Sticker-Konventionr, da die Hand zwar weniger als 10 FP enthielt, jedoch nicht die zumindest erforderliche 4er Länge in Treff. Ist das so korrekt?

Antwort: Tatsächlich gibt es auf Europameisterschaften andere Regeln, was erlaubte Systeme angeht. Hier ist der Veranstalter die EBL, die ihre eigene System Policy hat. Es gibt zwar weitgehende Paralleln, aber DBV und EBL sind grundsätzlich vollständig unabhängig voneinander, was dies angeht.

Aber davon unbenommen: Der Club interpretiert den §4 der ZSuK nicht ganz korrekt, wobei ihr Club nicht als einziger Opfer einer sehr mißverständlichen Formulierung geworden ist. Zunächst definiert der §.4 die Brown-Sticker-Konventionen in §4.2.1 als:

Eine Eröffnung von 2 Treff bis 3 Pik, wenn sie mindestens

eine Bedeutung enthält, die weniger als 10 Figurenpunkte

enthalten kann, und wenn für die Eröffnung nicht für alle

Varianten zumindest eine 4er Länge in einer bestimmten Farbe

definiert ist.

Das bezieht sich keinesfalls auf die eröffnete Farbe, wie man annehmen könnte, sondern kann irgendeine Farbe sein, beispielsweise „2 als Weak Two in Pik oder Semiforcing in Pik“. Dies wäre, aufgrund der gemeinsamen Pik-Farbe, eine Konvention, die nicht Brown-Sticker ist. Gleich im nächste Absatz schwächt die Turnierordnung die eben getroffene Formulierung aber wieder ab, denn der §4.2.1.a enthält folgende Ausnahme, die nicht als Brown Sticker gilt:

Eine Eröffnung, die mindestens eine 4er Länge in einer

bekannten Farbe zeigt, wenn sie weniger als 10 Figurenpunkte

verspricht. Wenn die Eröffnung nicht diese 4er Länge zeigt,

so muss sie mindestens 13 Figurenpunkte beinhalten.

Das bedeutet: Wenn eine Eröffnung von 2 bis 3 eine oder mehrere schwache Bedeutungen haben können, dann muß es mindestens eine Farbe geben, die allen schwachen Varianten gemein ist. Im Sinne dieser Regeln wäre:

   2 als Benjamin oder Weak Two Karo kein Brown Sticker, da die schwache Variante eine feste Farbe (Karo) benennt

   2 als Benjamin oder Weak Two in Oberfarbe ist Brown Sticker, da den schwachen Varianten keine feste Farbe gemeinsam ist

   2 als Benjamin oder Weak Two in Karo oder schwacher Zweifärber in Unterfarbe ist kein Brown Sticker, da den schwachen Varianten eine feste Farbe, Karo, mindestens als 4er-Farbe gemeinsam ist.

Daher ist die vorgebrachte Konvention nicht Brown-Sticker und kann auf Turnieren nach Systemkategorie C gespielt werden. Vorausgesetzt, es wird angemessen alertiert und auf der Konventionskarte entsprechend gekennzeichnet. Jedoch mag es sein, das in dem Club, in dem sie moniert wurde, für die Turniere Verschärfungen der TO-Regelungen erlassen wurden. Dieses Recht hat der Club für seine Turniere und kann dazu führen, das diese Konvention auf den Clubturnieren nicht erlaubt ist.

 

----------------------------------------------------------------------------Aus:

http://www.bridgescore.de/regeln/081105%20DKT%20Frage%20Sperransagen%20neue%20TO.pdf

 

Sperransagen nach der neuen Turnierordnung
Frage: Die neue Turnierordnung ist in Kraft getreten. Gibt es in Kategorie C keine Mindestanforderungen mehr für Schwacheröffnungen und was muss dabei alertiert werden?

Antwort: In der neuen Version der Turnierordnung sind die Anforderungen für schwache Eröffnungen in der Systemkategorie C radikal verschlankt worden. Bis auf die Beschränkungen für die sogenannten „Brown-Sticker“-Konventionen sind auf 2er- und 3er-Stufe die entsprechenden Beschränkungen in der Turnierordnung weggefallen.

Nicht erlaubt ist es nur noch, die folgenden Varianten zu spielen:

        Die Stärke der Eröffnung nach Position zu variieren. Also beispielsweise Eröffnungen auf 2er- Stufe in 1. bis 3.Hand als Weak Twos zu spielen, aber in 4.Hand als Semiforcings

       Zweifärber zwischen 0 und 10 Punkten, wenn die zweite Farbe keine 4er-Länge sein muss (Brown Sticker)

       Eröffnungen, die mehrere schwache Handtypen beinhalten können („schwach“ im Sinne dieser Regelung heißt unterhalb von 10 Punkten), ohne in den schwachen Varianten eine gemeinsame Farbe zu versprechen.
Ein Beispiel: 2 als „Weak Two in Pik oder schwacher Oberfarb-Zweifärber” ist erlaubt, weil allen schwachen Varianten die Pik-Farbe gemein ist. 2 als „Weak Two in Pik oder Zweifärber in Unterfarbe/Oberfarbe“ wäre nicht erlaubt, weil es keine festgelegte Farbe gibt. Eine Ausnahme gibt es nur für Multi oder Multi-ähnliche Konventionen; hier hat sich der Gesetzgeber nicht getraut. Alles andere ist erlaubt. Wenn sich ein Paar entschließt, die 2-Eröffnung als „5er-Farbe, muss keine Figur beinhalten“ zu spielen, dann ist das legal und eine Eröffnung von 2 mit 32
65432 432 432 wäre regelkonform. Ob das auch gutes Bridge ist und ob dadurch auf Clubturnieren die Spieler angemessen geschützt werden, steht auf einem anderen Blatt. Aber da jeder Club für sich entscheiden kann, das auf seinen Turnieren zusätzliche Beschränkungen eingeführt werden, kann man etwas dagegen tun – hinreichenden Gestaltungswillen vorausgesetzt. Davon abgesehen steht es natürlich jedem Spieler frei, abweichend von seiner Systemvereinbarung auf 2er- oder 3er-Stufe zu bluffen, sofern dies keine verdeckte Partnerschaftsvereinbarung begründet (dieses Thema hatten wir an dieser Stelle ja schon mehrfach). Die Alertregeln für Sperransagen sind ebenfalls interpretationsbedürftig. Auf 2er-Stufe muss alles außer Semiforcings und 2 Partieforcing alertiert werden. Bezüglich der Alertpflicht für Einfärber auf 3er-Stufe gibt es keine ausdrückliche Einlassung, sondern nur den allgemein geltenden §15.2.2 der Turnierordnung: "[Zu alertieren sind] Ansagen mit ungewöhnlicher Bedeutung oder solche Ansagen, die auf einer besonderen, ausdrücklichen oder impliziten, Partnerschaftsvereinbarung beruhen" Dabei verweist die Turnierordnung auf den §40 TBR, der den Begriff der 'besonderen Partnerschaftsvereinbarung' definiert: "Eine besondere Partnerschaftsvereinbarung ist eine, deren Bedeutung nach Meinung der regulierenden Instanz von einer signifikanten Anzahl von Spielern in dem Turnier nicht leicht verstanden und vorhergesehen werden könnte." Wenn ihre Vereinbarung über die Qualität von Sperransagen so stark von der üblichen Deutung abweicht, das sie vom Gegner nicht vorhergesehen werden kann, dann wird sie alertpflichtig. Das wirft zwei Fragen auf: Was ist die übliche Deutung und ab welchem Grad der Abweichung wird ein Gegner überrascht? Wenn ein Paar sich entschließt, systemgemäß auch 5er-Farben auf 3er-Stufe zu eröffnen, ist das nicht verboten, aber sicher eine besondere Übereinkunft und alertpflichtig. Wenn man aber auch gute 6er-Farben als Sperransagen eröffnen, ist man bereits im Graubereich.

Unstrittig ist wohl, das eine 3er-Eröffnung normalerweise eine 7er-Länge mit einer guten Farbe oder eine sehr gute 6er-Länge beinhaltet. Wenn sie das so spielen, müssen sie nicht alertieren. In allen anderen Fällen und solange es dazu keine eindeutige Festlegungen gibt, gilt im Zweifelsfall „lieber ein Alert zuviel, als zuwenig“.

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aus:

http://www.karat-bridge.de/images/Kat/Bridge/download/Zulaessige_Systeme.pdf

 

 

Anhang B


Festlegung der zulässigen Systeme und Konventionen
für Turniere im Bereich des DBV (ZSuK)

§ 1: Vorbemerkungen

   Diese Systemregulierung ergänzt die Bestimmungen der TO in dem in dieser festgelegten Umfang. Sofern nichts anderes bestimmt ist, gehen diese Bestimmungen denjenigen der TO vor.

   Die ZSuK basiert auffolgenden vierPrinzipien


1. Spitzenspielern muss die Möglichkeit gegeben werden, neue und komplizierte Systeme und Konventionen auszuprobieren und zu trainieren. Das ergibt den Vorteil, dass die Bietmethoden weiter entwickelt werden und unsere Topspieler auf dem internationalen Parkett mithalten können.


2. Club-Spieler und Anfänger sollen vor Systemen und Konventionen geschützt werden, gegen die sie sich nicht wehren können und die ihnen unter Umständen sogar die Freude am Bridgespiel verderben.

3. Ein Turnier soll sportlich fair durchgeführt werden, d.h. Spieler sollten ihren Erfolg nicht durch Überraschungseffekte ihrer Systeme und Konventionen erzielen, sondern durch überlegene Fähigkeiten im Bieten und Spielen. Spieler müssen die Möglichkeit haben, sich schnell vor einer Runde auf die gegnerischen Systeme und Konventionen einzustellen. Es muss verhindert werden, dass man im Übermaß auf nicht bekannte Systeme und Konventionen trifft, gegen die in der Kürze der Zeit kein Gegenmittel mehr entwickelt werden kann.

4. Es muss Rechtssicherheit geschaffen werden hinsichtlich der Frage, welche Systeme und Konventionen im jeweiligen Turnier zugelassen sind.

§ 2: Systemkategorien

1.            Im Bereich des DBV sind ausschließlich solche Systeme und Konventionen zugelassen,die dem Gegner vollständig offengelegt werden und von beiden Spielern eines Paares verwendet werden. Dies gilt insbesondere für Farbansagen in der 1. Bietrunde (Eröffnung, Gegenreizung(en), Antwort), die systemgemäß weniger als 4 Karten in der genannten Farbe beinhalten können. Kann z.B. eine 1 Pik-Antwort auf eine 1 Karo-Eröffnung systemgemäß auch mit einer 3er-Länge in Pik erfolgen, so muss vollständig offengelegt werden, in welchen Situationen dieses der Fall sein kann.

2.            Alle Turniere im Bereich des DBV werden in eine von vier Kategorien eingeteilt,die sich hinsichtlich der erlaubten Systeme und Konventionen unterscheiden. Für die Anwendung von Systemen und Konventionen gilt folgende Kategorisierung:

1.            A-Alle


Alle Systeme und Konventionen sind zugelassen. Bei der Verwendung von Hochkünstlichen Systemen (Systeme, bei denen eine Eröffnung mit "Pass" systemgemäß Stärke zeigt oder eine Eröffnung auf 1er-Stufe schwach oder sehr ungewöhnlich ist) sind weitere Auflagen zu beachten (vgl. § 4, Hochkünstliche Systeme).

2.            B-Beschränkung


Beschränkung der zugelassenen Systeme und Konventionen.
Hier sind Hochkünstliche Systeme verboten, alle anderen Systeme hingegen erlaubt, soweit sich nicht aus § 5 (Brown-Sticker-Konventionen) etwas anderes ergibt. Unabhängig hiervon sind jegliche Variationen der Bedeutung von Eröffnungsansagen in Abhängigkeit von Gefahrenlage oder Position (1. bis 4. Hand) verboten, ausgenommen die unterschiedliche Stärke von Sperr-Eröffnungen und die Variation der Punktspanne für SA-Eröffnungen einschließlich der sich hieraus ergebenden Auswirkungen auf die anderen Eröffnungsgebote. Beispiele:
In Systemkategorie B und C ist es erlaubt, die 1 SA-Eröffnung systemgemäß nicht in Gefahr und auch in Gefahr in 4. Hand mit 12 bis 14 Figurenpunkten zu spielen, in allen anderen Fällen mit 15 bis 17 Figurenpunkten. Es ist jedoch nicht erlaubt, in Gefahr Viererfarben und nicht in Gefahr Präzisions-Treff zu spielen. Ebenso wenig erlaubt ist es, 2 Coeur in 1. und 2. Hand als sog. Semiforcing, in 3. und 4. Hand als Zweifärber zu spielen.

3.            C-Club


Für Clubs geeignete zusätzliche Beschränkung der zugelassenen Systeme und Konventionen. Zusätzlich zu den Beschränkungen in Kategorie B müssen hier auch Eröffnungen auf 2er- und höherer Stufe sowie Gegenreizungen gegen natürliche 1er- Eröffnungen weitere Bedingungen erfüllen; zudem sind Bluffbeschränkungen für Eröffnungen in 1. und 2. Hand zu beachten (vgl. § 6, Zusatzbeschränkungen in der Systemkategorie C).

4.            N-Natürlich


Nur natürliche Systeme sind erlaubt. Eröffnungen, Antworten sowie Gegenreizungen und Antworten darauf haben den Grundsätzen eines konstruktiven natürlichen Systems zu genügen, bei dem die Eröffnungsgebote mit 4er-Farben, 5er-Oberfarben mit besserer Unterfarbe oder vorbereitender 1 Treff-Eröffnung (keine starke 1 Treff- Eröffnung) erfolgen. Bluffs sind in der gesamten ersten Bietrunde verboten (vgl. im einzelnen § 7, Beschränkungen in der Systemkategorie N).

§ 3: Kategoriewahl bei den einzelnen Turnieren

1.            Für jedes Turnier gemäß §2  TO hat der Veranstalter im Rahmen des nach folgenden Abs.2 die jeweilige Systemkategorie festzulegen. § 4 Abs.2 TO ist zu beachten.

2.            In der folgenden Auflistung ist die Standardkategorie für die jeweiligeTurnierart an erster Stelle angegeben; weitere mögliche Kategorien sind in Klammern gesetzt: Turnierform Systemkategorie Offene Deutsche Teammeisterschaft A (B) Erste Bundesliga A
Zweite Bundesliga inkl. Aufstiegsrunde A (B) Qualifikationen zur Nationalmannschaft A DBV-Vereinspokal B Deutsche Paarmeisterschaften B (A)

Regionalliga B
Landesliga B (C)
Einzige / oberste Gruppe


1. bei mehrtägigen DBV-Teamturnieren B (A)


2. bei DBV-Paarturnieren B


3. bei Landesverbandsturnieren B (C)
Untere Gruppen bei DBV- und Landesverbandsturnieren C (B; N) Vergleichskämpfe B (A; C; N)
Vereinsturniere C (A; B; N)
Vereins-Anfängerturniere N (C)

§ 4: Hochkünstliche Systeme

1. Definition und Abgrenzung sog. Hochkünstlicher Systeme
Ein System wird als Hochkünstliches System bezeichnet, wenn es mindestens eine der folgenden Eigenschaften aufweist:

1.            Die Eröffnung mit Pass kann systemgemäß 12 oder mehr Figurenpunkte beinhalten (Strong-Pass). Beispiele:
Die Eröffnung mit Pass zeigt 9 bis 14 Figurenpunkte; die Eröffnung mit Pass zeigt 0 bis 11 Figurenpunkte oder 17 bis 21 Punkte mit 4441 Verteilung; die Eröffnung mit Pass zeigt 16 oder mehr Figurenpunkte.
In allen drei Fällen handelt es sich um ein Hochkünstliches System.

2.            Eine Farb-Eröffnung auf 1er-Stufe kann systemgemäß schwächer sein als das Minimum einer gewöhnlichen 1er-Eröffnung in einem natürlichen System. Als Richtlinie für eine Minimum-Eröffnung gilt die 18er-Regel, d.h. die Summe aus Figurenpunkten und Anzahl der Karten in den beiden längsten Farben muss mindestens 18 ergeben. Beispiele:
Die Eröffnung 1 Pik zeigt 0 bis 11 Figurenpunkte; die 1 Karo-Eröffnung zeigt 0 - 7 oder ab 12 Figurenpunkte mit Karo-Länge.
In beiden Fällen handelt es sich um ein Hochkünstliches System.

3.            3.SA-Eröffnungen


a. Eine 1SA-Eröffnung kann systemgemäß eine unausgeglichene Hand(i.S.§6 Abs.2 Nr.6 lit. d) mit weniger als 17 Figurenpunkten beinhalten.


b. Eine 1SA-Eröffnung kann systemgemäß schwächer als 9Figurenpunkte sein. Beispiele:
Zeigt die 1 SA-Eröffnung ab 15 Figurenpunkte mit beliebiger Verteilung, so handelt es sich um ein Hochkünstliches System.
 Dagegen:
 Eröffnet ein Spieler mit 15 Figurenpunkten trotz eines kleinen Singles (kleiner als die 10) im Blatt mit 1 SA, obwohl dies systemgemäß eine ausgeglichene Verteilung zeigt, so handelt es sich deshalb noch nicht um ein Hochkünstliches System, sondern um einen Bluff.

4.            Es wird eine Farberöffnung auf 1er-Stufe benutzt,die sich nicht auf eine bestimmte Farblänge bezieht und keine vorbereitende oder starke 1 Treff- oder 1 Karo-Eröffnung ist. Die Eröffnung muss sich jedoch nicht zwingend auf die längste Farbe beziehen. Bei Canapé-Eröffnungen kann dieses auch die zweitlängste Farbe sein, sofern diese mindestens eine 3er-Länge ist.

Beispiele:


Die 1 Coeur-Eröffnung zeigt eine ausgeglichene Verteilung (ohne Bezug auf Coeur- Länge); die 1 Pik-Eröffnung zeigt eine Hand mit Pik-Kürze; die 1 Treff-Eröffnung zeigt eine beliebige 5/5 Verteilung mit 10 bis 15 Figurenpunkten; die 1 Karo-Eröffnung zeigt entweder mindestens 5er-Länge in Coeur oder höchstens Pik-Double.
In allen vier Fällen handelt es sich um ein Hochkünstliches System.


Hingegen:
Zeigt die 1 Karo-Eröffnung 11 bis 15 Figurenpunkte ohne 5er-Oberfarbe (wie im Präzisions-Treff) oder zeigt die 1 Treff-Eröffnung eine ausgeglichene Verteilung, Treff- Farbe oder gewisse starke Hände mit beliebiger Verteilung (wie im Kleine-Große- Treff) oder zeigt die 1 Coeur-Eröffnung mindestens 5er-Länge in Pik, so ist das System deswegen noch nicht als Hochkünstliches System einzustufen.

2. Auflagen bei der Verwendung Hochkünstlicher Systeme


Die nachfolgend genannten Auflagen bei der Benutzung Hochkünstlicher Systeme gelten uneingeschränkt für die Bundesligen und die Offene Deutsche Teammeisterschaft. Bei anderen Turnieren der Systemkategorie A finden diese Bestimmungen entsprechende Anwendung, es sei denn, in der Ausschreibung wurde seitens des Veranstalters etwas anderes festgelegt.

1.            Einreichung Hochkünstlicher Systeme


Verwendet ein Paar ein Hochkünstliches System (i.S. Abs.1), so ist eine vollständige Systembeschreibung, bestehend aus einer für das jeweilige Turnier vorgeschriebenen Konventionskarte (gemäß Anhang C) und bis zu sechs einseitig schreibmaschinen- beschriebenen DIN-A4 Seiten, spätestens sechs Wochen vor dem ersten Einsatz bei der die Anmeldungen entgegennehmenden Stelle und beim DBV-Vizepräsidenten, Ressort Sport, einzureichen. Hierbei ist klarzustellen, welche Paare dieses System verwenden werden. Jede Mannschaft darf höchstens drei derartige Systeme einreichen. Nach diesem Stichtag werden alle eingereichten Systeme an alle konkurrierenden Mannschaften versandt. Ein eingereichtes Hochkünstliches System muss von den betreffenden Paaren in dieser Form während des gesamten Turniers verwandt werden.

2.            Gegenmaßnahmen gegen Hochkünstliche Systeme


Paare, die gegen ein Hochkünstliches System (i.S. Abs.1) spielen, müssen ihre Gegenmaßnahmen auf bis zu drei 3 DIN-A4 Seiten (hierbei sind alle Systeme und Konventionen gestattet, ausgenommen "Strong Pass" und Änderungen von Eröffnungen bei einem eigenen Hochkünstlichen System) beim Turnierleiter in doppelter Ausfertigung schriftlich hinterlegen, sofern sie spezielle Gegenmaßnahmen vereinbart haben. Der zeitliche Rahmen hierfür ist vom Veranstalter / Turnierleiter in Abhängigkeit des zeitlichen Rahmens für das Line-Up gemäß Nr.3 rechtzeitig bekannt zu geben. Die Paare, die ein Hochkünstliches System spielen, erhalten die jeweiligen Gegenmaßnahmen vom Turnierleiter erst dann, wenn sie für den entsprechenden Abschnitt (Match, Segment oder Halbzeit) das Line-Up abgegeben haben. Diese schriftlichen Aufzeichnungen dürfen von beiden Paaren während Reizung und Spiel eingesehen und genutzt werden.

3.            Sitzrechte


Ein Team, in dem ein oder mehrere Paare ein Hochkünstliches System (i.S. Abs.1) spielen, muss in allen Matches, Halbzeiten und Segmenten vorsetzen, in denen es gegen ein Team antritt, das kein derartiges System spielt. Der zeitliche Rahmen für das Abgeben des Line-Up ist abhängig vom Zeitplan für das Turnier und muss vom Veranstalter / Turnierleiter rechtzeitig bekannt gegeben werden. Auf § 35 TO wird verwiesen.

4. Verfahren in Vereinsturnieren (Übungsturnieren)


Sollen Vereinsturniere nach Systemkategorie A durchgeführt werden, so genügt es, wenn Paare ihr Hochkünstliches System (i.S. Abs.1) im Verein aushängen oder verteilen. Bei der Verteilung von Gegensystemen kann ebenso verfahren werden, auf die Beeinträchtigung von Sitzrechten kann verzichtet werden.

§ 5: Verbot von Brown-Sticker-Konventionen

1.            Bei Paar-undTeamturnieren mit weniger als 12Boards pro Runde sind Brown-Sticker- Konventionen i.S. nachstehender Festlegung verboten, ausgenommen Turniere der Systemkategorie A.

2.            Brown-Sticker-Eröffnungen


Eine Eröffnung von 2 Treff bis 3 Pik fällt unter das Verbot nach Abs.1, wenn sie mindestens eine schwache (unter dem Minimum einer gewöhnlichen 1er-Eröffnung i.S. § 4 Abs.1 Nr.2) Variante enthält, für die nicht zumindest eine 4er-Länge in einer Farbe definiert ist. Können mehrere schwache Varianten enthalten sein, müssen alle schwache Varianten eine gemeinsame sogenannte Ankerfarbe (mind. 4er-Länge) beinhalten.


Ausnahmen: Eine Eröffnung, die ein Weak-Two entweder in Coeur oder in Pik zeigt (z.B. 2 Karo-Multi) und ggf. noch starke (ab 16 Figurenpunkten oder vergleichbarer Stärke) Varianten beinhaltet. Beispiele:
2 Karo zeigt einen schwachen 2-Färber mit mindestens einer Oberfarbe (mindestens 5-5). Diese sog. Wilkosz-Eröffnung fällt unter das Brown-Sticker-Verbot.
2 Karo zeigt entweder einen schwachen Einfärber in Coeur oder Pik, oder dieselben Varianten ab 17 Punkten. Diese 2 Karo-Eröffnung (2 Karo-Multi) ist daher nicht verboten.

3.            Brown-Sticker-Gegenreizungen


Jede Zwischenreizung nach einer natürlichen Eröffnung von 1 in Farbe, falls sie keine bestimmte 4er-Farbe verspricht, ist als Brown-Sticker-Konvention verboten, ausgenommen natürliche 1 SA-Zwischenreizungen.

4.            Weitere Gebote, die als Brown-Sticker einzustufen sind:

1.                 Eröffnungen oder Zwischenreizungen von 2Treff bis 3SA,dieschwache 2-Färber zeigen, wobei eine der beiden Farben eine 3er-Länge (oder kürzer) sein kann.

2.                 Bluffs, welche durch bestimmte Gebote des Bietsystems aufgefangen werden können oder abgegeben werden müssen. Die Verpflichtung zu bluffen ist als Brown-Sticker- Konvention untersagt.

5.            § 6: Zusatzbeschränkungen in der Systemkategorie C

1.            Für Turniere der Systemkategorie C gelten zum einen alle Beschränkungen der Systemkategorie B, d.h. Hochkünstliche Systeme (§ 4 Abs.1) sind verboten, andere Systeme sind erlaubt, sofern die Bedeutung der Eröffnungsansagen nicht in Abhängigkeit von Gefahrenlage oder Position (1. bis 4. Hand) variiert werden (ausgenommen die Stärke von Sperreröffnungen und der Punktspanne von SA-Eröffnungen).

2.            Zusätzlich gelten für dieSystemkategorie C folgende Einschränkungen

1. Die Anwendung von Brown-Sticker-Konventionen (§5) ist in Turnieren der Systemkategorie C unabhängig von der Art des Turniers und der Anzahl der zu spielenden Boards verboten.

2.            Sperr-Eröffnungen auf 2er- oder höherer Stufe müssen systemgemäß unter der normalen Figurenpunkt-Stärke einer Farberöffnung auf 1er-Stufe liegen (d.h. weniger als 11 Figurenpunkte) dabei jedoch entweder die 18-er Regel erfüllen oder eine gute oder lange Farbe beinhalten, die folgenden Kriterien genügt:

a.                 für schwache Einfärber auf 2er-Stufe in der gebotenen Farbe:

a.                                   eine beliebige 7er-Länge;

b.                                   eine 6er-Länge mit 3 Karten aus AKDB109;

c.                                    eine 6er-Länge mit 2 Karten aus AKDB oder

d.                                   eine 5er-Länge mit 3 Karten aus AKDB10.

b.                 für schwache Einfärber auf 3er-Stufe in der gebotenenFarbe:

a. eine beliebige7er-Länge; 
b. eine 6er-Länge mit 3 Karten aus AKDB10.

c.                  für schwache Einfärber ab 4er-Stufe in der gebotenen Farbe:

a. eine beliebige 8er-Länge; 
b. eine 7er-Länge mit 3 Karten aus AKDB.

d.                   für schwache Zweifärber auf zweier oder höherer Stufe müssen beide Farben die Bedingungen des lit. a erfüllen.

3.            Beispiele:
Pik K D 10 5 3, Coeur 8 4, Karo 5, Treff D 8 6 3 2 darf wegen der guten Pik-Farbe mit Weak-Two (oder 2 Karo-Multi), jedoch nicht mit 2 Pik (= Zweifärber mit Pik und Unterfarbe) - wegen der schlechten Treff-Farbe eröffnet werden.


Pik B 8 5 4 3 2, Coeur D 5, Karo K 4 3, Treff B 5 darf nicht mit Weak-Two oder 3 Pik eröffnet werden, da sowohl die Pik-Farbe zu schlecht ist, als auch die 18er-Regel nicht erfüllt wird (7+6+3=16).


Pik 3, Coeur 6 4, Karo D B 10 8 7, Treff D B 10 6 5 darf mit 2 SA (für beide Unterfarben) eröffnet werden, da die Anforderungen der Nr.2 lit. d erfüllt werden.

4.Eröffnungen mit 1 Coeur,1 Pik, 2 Coeur, 2 Pik müssen systemgemäß mindestens eine 4er-Länge in der eröffneten Farbe beinhalten.

5.            Farbgegenreizungen auf 1er-Stufe gegen natürliche Farberöffnungen (einschließlich vorbereitender 1 Treff-Eröffnung) müssen systemgemäß mindestens eine 4er-Länge in der gereizten Farbe beinhalten.

6.            Künstliche forcierende Eröffnungen dürfen in keiner Position geblufft werden. Beispiele:
Wird Pik B 8 3 2, Coeur 5, Karo 10 8 6 5, Treff K 8 6 2 mit Gameforcing 2 Treff oder mit Precision 1 Treff oder mit starkem Dreifärber 2 Karo eröffnet, so stellt dies einen Bluff einer künstlichen forcierenden Eröffnung dar, der selbst in 3. Hand in Systemkategorie C verboten ist.

Wird dagegen Pik K D B 9 8 5, Coeur A K B 10, Karo 4 3, Treff 2 mit Precision 1 Treff eröffnet, so stellt dies keinen Bluff dar, selbst wenn die Eröffnung systemgemäß 16 Figurenpunkte verspricht, da das Blatt durch dieVerteilung eine entsprechende Stärke aufweist.

6.Für alle Eröffnungen gilt folgendes Bluffverbot in 1. und 2. Hand


a. alle Eröffnungen auf 1er-Stufe müssen der 18er-Regel genügen; 


b. alle Eröffnungen auf 2er- oder höherer Stufe müssen der 18er-Regel genügen, wenn sie keine ausreichend gute Farbe beinhalten (entsprechend den Festlegungen der Nr.2);


c. Eröffnungen mit 1 Coeur, 1 Pik, 2 Coeur, 2 Pik müssen mindestens eine 4er- Länge in der gereizten Farbe enthalten;


d. alle natürliche Eröffnungen mit 1 SA oder 2 SA müssen mit ausgeglichener Verteilung (4333, 4432 oder 5332) oder ausnahmsweise mit annähernd ausgeglichener Verteilung (5422, 6322, 4441, 5431, wobei das Single eine Topfigur, A, K, oder D sein muss) erfolgen.

7.            Ergänzende Regelungen für Clubturniere (Übungsturniere)


Jeder Verein kann die vorstehenden Einschränkungen (Nr.1 bis 6) für die Systemkategorie C kürzen oder ergänzen, sofern er die DBV-Geschäftsstelle vier Wochen vor Inkrafttreten hiervon schriftlich unterrichtet. Die Abweichungen sind den Clubmitgliedern und Gästen in angemessener Form bekannt zu machen.

§ 7: Beschränkungen in der Systemkategorie N

1.            Eröffnungen, Antworten, Gegenreizungen und Antworten darauf haben in natürlicher, nicht destruktiver Weise zu erfolgen. In der ersten Bietrunde erlaubte künstliche Ansagen sind Kontras, Überrufe, schlemmeinladende Ansagen und Ansagen nach Eröffnungen auf 2er- oder höherer Stufe.

Bluffs in der ersten Bietrunde sind sowohl hinsichtlich Punktstärke als auch hinsichtlich Farblängen verboten. Dabei zählt ein glaubhaft versichertes Versehen oder Handeln aus Unkenntnis nicht als Bluff. Für die folgenden Bietrunden und Gegenspielkonventionen gibt es keine Einschränkungen.

2. Beschreibung der zulässigen Eröffnungen

1.                 4er-Farben, 5er-Oberfarben mit besserer Unterfarbe oder vorbereitender 1Treff- Eröffnung (keine Kleine-Große-Treff). Für Farberöffnungen in 1. und 2. Hand gilt die 18er-Regel lediglich als Richtlinie.

2.                 SA-Eröffnungen mit ausgeglichener (4333,4432,5332) oder nahezu ausgeglichener Verteilung (5422, 6322); für 1 SA mindestens 12 Figurenpunkte, für 2 SA mindestens 19 Figurenpunkte.

3.                 2er-Eröffnungen sind stark, nur 2 Treff oder 2 Karo dürfen künstlich sein.

4.                 Farberöffnungen aufhöherer Stufe sind natürliche Sperransagen unter Beachtung der Anforderungen von § 6 Abs.2 Nr.2.

3.            Beschreibung der zulässigen Antworten auf 1er-Eröffnungen 
Farbreizungen sind natürlich, im Prinzip mindestens 4er-Längen, einfache Farbsprünge (auch Hebungen) sind stärker als die Nennung dieser Farbe ohne Sprung. Als künstliche Antwort ist nur die 1 Karo-Ablehnung zulässig. Stayman 2 Treff, negative Kontras und Überrufe sowie schlemmeinladende Antworten sind gestattet.

4. Beschreibung der zulässigen Gegenreizungen auf 1er-Eröffnungen


Alle Gebote sind natürlich (Farben mindestens 4er-Länge) außer Kontra, Überruf (Cuebid) und 2 SA. Die 1 SA-Gegenreizung zeigt eine ausgeglichene oder nahezu ausgeglichene Hand mit ca. 16 Figurenpunkten. Die Antworten auf diese Gegenreizung sind natürlich, ausgenommen Kontra, Rekontra, Überrufe (Cuebid) und schlemmeinladende Ansagen. Einfache Farbsprünge (auch Hebungen) sind stärker als die Nennung dieser Farbe ohne Sprung.

§ 8: Hinweise für Turnierveranstalter

1.            DBV- und Landesverbandsturniere (Bezirksturniere)


Falls ein Turnier in mehreren Klassen ausgetragen wird, ist hierauf in der Turnierausschreibung unter Angabe der jeweiligen Systemkategorie hinzuweisen. Die Wahl der Systemkategorien soll sich am Kreis der zu erwartenden Teilnehmer orientieren. Bei Turnieren mit ausländischer Beteiligung ist empfehlenswert, Systemkategorie B (oder A) zu wählen, da diese der Systemregulierung der Europäischen Bridge-Liga entsprechen. Wählt ein Veranstalter dennoch die Systemkategorie C, so soll er alle ausländischen Teilnehmer vorher über die zusätzlichen Beschränkungen in dieser Systemkategorie informieren.
Bei Teamturnieren nach Systemkategorie A sollten möglichst 12 Boards an einem Tisch (besser 16) gespielt werden, um Systemabsprachen gegen Hochkünstliche Systeme (§ 4) zu ermöglichen.

2.            Clubturniere (Übungsturniere)


Die Wahl der Systemkategorien sollte sich an den Wünschen der Vereinsmitglieder orientieren. Je nach den Gegebenheiten in dem jeweiligen Club können an verschiedenen Spieltagen unterschiedliche Systemkategorien gewählt werden, damit der Spielbetrieb Angebote für möglichst alle Clubmitglieder enthält. Die Systemkategorie N ist speziell für Anfängerturniere gedacht, da hierbei nicht nur viele destruktive und künstliche Ansagen verboten sind, sondern auch die Strafbestimmungen bei Verstößen gegen die Systemregulierung lockerer gehandhabt werden können.

§ 9: Hinweise für Turnierleiter

1. Bei der Verwendung unzulässiger Systeme oder Konventionen werden demTurnierleiter neben den in §§ 32 und 42 der TO i.V.m. den in den TBR genannten Möglichkeiten die nachfolgenden Richtlinien an die Hand gegeben:

1. Turniere nach SystemkategorieA


Verwendet ein Paar ein Hochkünstliches System (§ 4), ohne es rechtzeitig eingereicht zu haben, so soll der Turnierleiter anordnen, dass dieses Paar ab sofort ein System spielen muss, welches kein Hochkünstliches System ist. Darüber hinaus soll der Turnierleiter für das Board, bei dem er gerufen wurde, einen künstlichen berichtigten Score entsprechend den Bestimmungen der TO i.V.m. den TBR zuweisen, wenn die Anwendung des Hochkünstlichen Systems einen noch so geringen Einfluss auf den Score hatte, es sei denn, die unschuldige Seite hat ohnehin einen besseren Score erzielt.

Beispiele:
Spielt ein Paar ein System, bei dem alle Hände mit 9 bis 15 Figurenpunkten 1 SA eröffnet werden, und reicht dieses Hochkünstliche System nicht rechtzeitig ein, so soll der Turnierleiter automatisch einen künstlichen berichtigten Score zuweisen, wenn dieses Paar 1 SA eröffnet hat, selbst wenn der Gegner danach einen normalen Kontrakt erreicht und diesen nur durch einen Spielfehler verliert, denn er hat möglicherweise bereits in der Reizung seine Konzentration verloren. Auch wenn dieses Paar in 1. Hand passt und damit 8 oder weniger Figurenpunkte anzeigt, kann  der Turnierleiter einen künstlichen berichtigten Score zuweisen, wenn er feststellt, dass diese Information den Score zu Ungunsten der unschuldigen Seite beeinflusst hat. Eröffnet die unschuldige Seite jedoch in 1. Hand, so kann das Hochkünstliche System der Gegner keinen Einfluss haben; daher kann es auch keinen künstlichen berichtigen Score geben.

2.            InTurnieren nach Systemkategorie B oder C


Verwendet ein Paar ein Hochkünstliches System (§ 4), so soll der Turnierleiter wie in Nr.1 beschrieben vorgehen.
Verwendet ein Paar ein System, bei dem Eröffnungsansagen in Abhängigkeit von Position und Gefahrenlage unterschiedliche Bedeutungen haben (vgl. § 2 Abs.2), so soll der Turnierleiter anordnen, dass sich dieses Paar ab sofort auf jeweils eine Variante einigt. Darüber hinaus soll der Turnierleiter für das betreffende Board automatisch einen künstlichen berichtigten Score zuweisen, wenn eine derartige Eröffnung angewendet wurde, es sei denn, die unschuldige Seite hat ohnehin einen besseren Score erzielt.

3.            InTurnieren nach Systemkategorie N


Verwendet ein Paar ein System, welches nicht den Beschränkungen der Systemkategorie N (vgl. § 7) genügt, so soll der Turnierleiter das Paar anweisen, das System entsprechend abzuändern. Dies soll unverzüglich geschehen, kann aber in Ausnahmefällen (z.B. bei Anfängerpaaren, die die Bestimmungen nicht kennen) bei Übungsturnieren im Verein (Clubturnieren) auf das nächste Turnier verschoben werden. Darüber hinaus soll der Turnierleiter nur dann einen künstlichen berichtigten Score zuweisen, wenn die unzulässige Eröffnung oder Konvention einen direkten Einfluss auf den Score hatte, es sei denn, die unschuldige Seite hat ohnehin einen besseren Score erzielt. Beispiele:
Eröffnet ein Paar 2 Pik Weak-Two (in Systemkategorie N verboten) und reizt dieses Paar daraufhin einen guten Schlemm, der sonst schwer zu reizen ist, oder erreicht der Gegner daraufhin einen schlechten 4 Karo-Kontrakt anstelle eines überlegenen 4 Coeur-Kontraktes, so soll der Turnierleiter einen künstlichen berichtigten Score zuweisen. Erreicht der Gegner jedoch den normalen 4 Coeur-Kontrakt und verliert diesen, weil er die Trümpfe nicht mitgezählt hat, so soll der Turnierleiter den Score stehen lassen.

2.            Verfahren bei Verstößen gegen das Verbot von Bluff- Eröffnungen in Systemkategorie C(vgl. auch Anhang E zu dieser TO)


Bei Verstößen gegen eines dieser Bluffverbote soll der Turnierleiter automatisch einen künstlichen berichtigten Score zuweisen, es sei denn, die unschuldige Seite hat ohnehin einen besseren Score erzielt.

3.            Verfahren bei Verstößen gegen das Verbot von Bluffs in der 1.Bietrunde in Systemkategorie  N

In Systemkategorie N sind in der gesamten 1. Bietrunde (Eröffnung, Gegenreizung, Antwort, Antwort zur Gegenreizung) alle Bluffs hinsichtlich Farblängen und Punktstärke verboten, wobei die 18er-Regel auch hier als Richtlinie für Eröffnungen auf 1-er-Stufe gilt. Bei einem Verstoß gegen diese Bluffbeschränkung soll der Turnierleiter jedoch keine Berichtigung des Scores vornehmen, wenn er der Meinung ist, dass es sich nicht um einen gewollten Bluff, sondern um ein Versehen oder ein Vorgehen aus Unkenntnis handelt, insbesondere dann, wenn die Gegenseite keinen direkten Schaden erlitten hat. Handelt es sich dagegen um einen vorsätzlichen Bluff, so soll der Turnierleiter auch hier automatisch einen künstlichen berichtigten Score zuweisen, es sei denn, die unschuldige Seite hat ohnehin einen besseren Score erzielt.

4. Verfahren bei erlaubten Bluffs


In Turnieren nach Systemkategorie A und B sind alle Bluffs erlaubt, in Systemkategorie C diejenigen, welche nicht unter das Verbot für Bluff-Eröffnungen fallen. Dennoch sollen alle Bluffs bei Eröffnungen (dazu gehören auch Unter- oder Überschreitung der angegebenen Punktspanne einer SA-Eröffnung um 2 oder mehr Punkte) und auch in der Folgereizung dem Turnierleiter gemeldet und von diesem registriert werden (vgl. Anhang E zu dieser TO). So soll die Möglichkeit geschaffen werden, herauszufinden, ob Paare in gewissen Situationen so häufig bluffen, dass der Partner dadurch einen unzulässigen Informationsvorsprung vor dem Gegner hat, womit ein Verstoß gegen § 40 lit. B TBR vorläge (verborgene Partnerschaftsübereinkünfte sind verboten), was den Turnierleiter berechtigt, im Zweifelsfall einen berichtigten Score zuweisen.

Beispiel:


Ein Spieler eröffnet mit Pik K D 9 7 5, Coeur A D 4 3, Karo K 5, Treff D 3 mit 1 Pik und bietet auf die 2 Coeur-Antwort des Partners 3 SA.
Es stellt sich heraus, dass der Partner mit zwei kleinen Coeur-Karten 2 Coeur geboten hat. Der Verdacht einer unzulässigen Absprache ist gegeben, doch eine solide Grundlage für Maßnahmen wie Scoreberichtigung usw. ist erst dann gegeben, wenn bereits frühere Bluffs dieses Paares bei der Antwort auf Farberöffnungen bekannt sind.
Besonders wichtig ist, schwache Eröffnungen, z.B. in 3. Hand, dem Turnierleiter zu melden. Denn Paare, die sehr häufig ohne Einhaltung der 18er-Regel auf der 1er-Stufe eröffnen und dies dann als Bluff bezeichnen, spielen damit ein Hochkünstliches System, welches außer - unter Auflagen - in Turnieren nach Systemkategorie A, in allen anderen Systemkategorien ebenso verboten ist, wie Konventionen anzuwenden, mit dem Ziel, solche schwachen Eröffnungen ausfindig zu machen. Mit Konventionen wie 2 Treff-Drury nach einer 3. Hand- Eröffnung darf nur herausgefunden werden, ob es sich um eine Minimumeröffnung oder eine bessere Eröffnung handelt. Die Anfrage nach schwachen 3. Hand-Eröffnungen ist genauso unzulässig wie die systemgemäße Anwendung derselben und soll vom Turnierleiter entsprechend (i.d.R. mit einem künstlichen berichtigten Score) geahndet werden.

§ 10: Erlass einer speziellen DBV-Alert-Policy

1.            Dieser Anhang B zur TO desDeutschenBridge-Verbandese.

2.            V.kann aufgrund Beschlusses des Präsidiums des DBV mit Zustimmung des Beirats des DBV durch Regelungen einer sog. DBV-Alert-Policy ergänzt oder geändert werden, insbesondere dann, wenn seitens des WBF oder der EBL derartige verbindliche Bestimmungen für (bestimmte) Turniere / Turnierformen erlassen werden.

3.            DerartigeRegelungensindalsAnlagezumAnhangBzurTOvom1.Dezember2000zu veröffentlichen. Sie gehen insoweit den Bestimmungen der §§ 15 ff der TO des DBV vor.

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http://www.karat-bridge.de/images/Kat/Bridge/download/Zulaessige_Systeme.pdf

http://www.bridge-in-augsburg-west.de/bridgetipps/nuetzlichekonventionen.htm

http://www.abf.com.au/events/tournregs/ABFSystemRegs08.pdf